Photovoltaik in Schleswig-Holstein

Im September 2021 bestand in Schleswig-Holstein für Freiflächen-PV-Anlagen auf einer Fläche von rund 1.850 ha Baurecht, Anlagen auf weiteren ca. 700 ha waren in Planung (Quelle: Landesregierung Schleswig-Holstein), zusammen also gut 2.500 ha.

Das entspricht rund 0,16% der gesamten Landesfläche oder 0,38% der Ackerfläche im Land.

Landespolitik

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist ein politisches Ziel der Landesregierung Schleswig-Holsteins. Im Koalitionsvertrag vom 22. Juni 2022 heißt es dazu: „Bereits jetzt sind wir bundesweit Vorreiter in der Produktion und Nutzung von erneuerbarer Energie. Schon heute produzieren wir mehr erneuerbaren Strom, als wir verbrauchen. Diese Wertschöpfung wollen wir halten und noch weiter ausbauen. Dafür streben wir an, die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien an Land bis 2030 auf 40-45 Terawattstunden (TWh) pro Jahr anzuheben. Dieses Ziel werden wir im schleswig-holsteinischen Energiewende- und  Klimaschutzgesetz (EWKG) festhalten und die dafür geeigneten, landespolitisch möglichen Maßnahmen einleiten“ (S. 150).

Zum Thema Freiflächen-Photovoltaik sagt der Koalitionsvertrag: „Zudem bedarf es mehr PV auch auf Freiflächen, wobei wir gleichzeitig den Flächenverbrauch im Blick behalten wollen. Vorwiegend sollen PV-Freiflächenanlagen auf belasteten oder versiegelten Flächen entstehen. Das kann zum Beispiel in der Nähe von Stromtrassen, Autobahnen oder Eisenbahnstrecken der Fall sein. Gleichwohl machen wir den Zubau von PV in der Fläche nicht hiervon abhängig“ (S. 154).

Flächenverbrauch

Aus einem Hektar Ackerland kann man pro Jahr im Durchschnitt 5 Tonnen Roggen oder 3,5 Tonnen Raps oder aber mindestens 0,4–0,5 Mio. kWh Solarstrom gewinnen. Inzwischen ist durch bessere Panels sogar eine Ausbeute von 1 Mio. kWh und mehr pro Hektar und Jahr möglich (vgl. den 2022 in Betrieb genommenen Solarpark Weesow-Wilmersdorf).

Man kann natürlich auch Biomasse (z.B. Mais)  anbauen und daraus bis zu 10.000 m³ Biogas gewinnen. Das reicht aber nur für die Erzeugung von rund 25.000 kWh Strom.

Außerdem hat Biogas eine Menge Treibhausgaspotenzial. Rund 5 % des Methans gelangt in die Atmosphäre gelangt. Das sind im Mittel 438 m³/ha (Quelle: Umweltbundesamt). Methan hat eine Dichte von 0,66 kg je m³, demnach entweichen pro ha 289 kg Methan. Die Treibhausgaswirkung von Methan ist (bei Nutzung des GTP 100) um den Faktor 11 höher als bei Kohlendioxid. Umgerechnet hat das hier emittierte Methan eine Treibhausgaswirkung von 3,2 t Kohlendioxid-Äquivalenten je Hektar. Die Wirkung des Methan ist zwar nur kurzfristig (schon nach 12 Jahren ist das Methan in der Atmosphäre abgebaut), aber in dieser Zeit trägt es eben zur globalen Erwärmung bei.

Hinzu kommt, dass die Bearbeitung der Ackerflächen Jahr für Jahr erhebliche Mengen an Treibstoff, Dünger und anderen Rohstoffen verbraucht.

Auch eine Freiflächen-PV-Anlage benötigt Ressourcen für Erstellung und Betrieb. Laut dem Fraunhofer ISE liegt die Energy Payback Time (die Zeit, nach der die vom Kraftwerk bereitgestellte Energie genau so groß wie die für ihren Lebenszyklus aufgewendete Energie) bei 1,6 bis 2,1 Jahren. Die Lebensdauer einer Anlage sollte mindestens 30 Jahre betragen. Das heißt: Nach ca. 2 Jahren hat die Freiflächen-PV-Anlage ihren Energieaufwand für die Produktion wieder eingespielt und produziert nun völlig ressourcenfrei Strom.